Neujahrsempfang 2026
Gutes bewahren und Neues gestalten
Gutes bewahren und Neues gestalten
Etwa 280 geladene Gäste begrüßten die Vorstandsmitglieder Wilfried Bosch und Johannes Janhsen gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Wies beim Neujahrsempfang der Volksbank im See Park in Geldern. In der Begrüßungsrede warf Wilfried Bosch einen detaillierten Blick auf Entwicklungen in unserer Region am Niederrhein, die sich auch angesichts von Herausforderungen wirtschaftlich stark zeigt und „überregional Wirkung entfaltet“. So prognostiziert der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken in einer aktuellen Studie zur Demografie Entwicklung als wichtigen Standortfaktor für den Landkreis Kleve ein Bevölkerungswachstum bis zu fünf Prozent, im landesweiten Vergleich ein guter Wert. Insgesamt wird die Region als starker Wirtschaftsraum eingewertet. Gleichzeitig sieht man sich auch hier mit Herausforderungen konfrontiert, wie etwa einer bundesweiten Investitionsmüdigkeit im Mittelstand, oft aufgrund von bürokratischen Hürden. In diesem Kontext sprach Bosch sich für eine deutliche Bürokratieentlastung aus.
Die Aufgabe der Volksbank sei es vor diesem Hintergrund, die Unternehmen und Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten. Bosch berichtete von einem Einlagenwachstum bei der Volksbank an der Niers um 3,6 Prozent sowie einer Zunahme des Kreditgeschäfts um 6,5 Prozent. Die Bilanzsumme lag Ende 2025 bei 3,4 Mrd. Euro. „Die Frage, wie wir heute finanzieren, entscheidet darüber, wie lebenswert unsere Region morgen bleibt“, so Bosch. Neben dem energieeffizienten Wohnen wird ein neuer, sogenannter „Nachhaltigkeitsdialog“ für Unternehmenskunden ein wichtiges Thema in der Bank sein, mit dem Ziel, Chancen für den Transformationsprozess zu identifizieren und diesen aktiv zu begleiten.
Bei seinem Blick auf aktuelle Entwicklungen im Finanzbereich warf Bosch einen durchaus skeptischen Blick auf die Planungen der Europäischen Zentralbank zum digitalen Euro. Zu den entscheidenden Forderungen der Volksbank sowie anderer Banken gehöre „die Integration des digitalen Euros in unsere Systeme und eine klare Rollenverteilung zwischen Staat und Markt“ und dabei Ressourcen bündeln und vorhandene privatwirtwirtschaftliche Lösungen fördern. Im Kontext des digitalen Zahlungsverkehrs betonte Bosch außerdem die Bedeutung des neuen Zahlungssystems „Wero“, welches nach einem Jahr bereits von 45 Millionen Menschen in Frankreich, Belgien und Deutschland genutzt wird. In den weiteren Ausbaustufen wird Wero das Bezahlen im lokalen Handel, beim Online-Shop oder bei Vereinen und auf Veranstaltungen erleichtern und wird damit zu einer souveränen, europäischen Lösung. Nicht nur der digitale Zahlungsverkehr ist Teil des breiten technologischen Wandels; mehr als alles andere seien hier die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu nennen. Auch viele Mittelständische Unternehmen am Niederrhein setzen bereits KI ein, um effizienter zu arbeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben und Innovation voranzubringen. Auch in der Bankenwelt eröffnet sie neue Möglichkeiten – von der Unterstützung in der Beratung über Betrugsprävention bis hin zur internen Organisation. Die Betonung liege dabei laut Bosch auf der Unterstützung, denn „die beste KI ist nie das, was uns als Heimatbank ausmacht: Vertrauen, Nähe und Menschlichkeit“.
An dieser Stelle sprach Bosch ein großes Dankeschön an die Mitarbeitenden der Volksbank an der Niers aus, die vor allem auch auf die individuellen Lebensrealitäten der Kundinnen und Kunden eingehen – Menschen aus der Region, für die Region. In diesem Kontext betonte Bosch die Rolle der Bank als Arbeitgeber. „Wir stehen für Zusammenhalt – und wir leben Ihn. Im Miteinander, in der Führung, in der Art, wie wir Veränderungen gestalten.“ Anschließend konnten die Gäste einen exklusiven Blick auf den neuen Arbeitgeber-Imagefilm der Bank werfen. Heimat und Hightech, Menschlichkeit und Maschine, Verwurzelung und Veränderung seien, so zog Bosch sein Fazit, keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. „Lassen Sie uns dieses Jahr 2026 zu einem Jahr machen, in dem wir Gutes bewahren und Neues gestalten.“
Im Anschluss begeisterte Gastredner Dr. Norbert Lammert die anwesenden Gäste. Der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages und Ehrenprofessor der Ruhr-Universität Bochum gilt dank seinem Humor, seiner Gradlinigkeit und seiner Wortgewalt als einer der besten Redner in der deutschen Politik. Mit seinem Vortrag zur Einordnung von Begriffen wie „Multikrise“ und „Zeitenwende“ erntete er großen Applaus im Saal. Die Frage, wie wir als Gesellschaft mit aktuellen Herausforderungen fertig werden sollen, so Lammert, beantworte er immer auf die gleiche Weise: „Mit Stabilität und Innovation“. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen sei keine Entwicklung möglich und ohne Veränderung bleibe eine Gesellschaft nicht stabil. Eben Gutes bewahren und Neues gestalten.