Volksbank legt Geschäftsstellen zusammen

Bargeldversorgung bleibt vor Ort

Vertreterversammlung 2015

  • Vertreterversammlung: Geschäftsjahr 2014 wird mit sechs Prozent Dividende abgeschlossen
  • Maßnahmenpaket „VobaZukunft gestalten“ wird um acht neue Geldautomaten-Standorte erweitert
  • Johannes Janhsen: „Wir sind anders als andere Banken. Wir haben unseren Mitgliedern und Mitgliedervertretern genau zugehört“
  • Vorstand erwartet Kundenzuwachs und sieht Politik in der Pflicht

NIEDERRHEIN Die Volksbank an der Niers wird an allen von Filialzusammenlegungen berührten Ortschaften weiterhin mit SB-Angeboten präsent sein. Diese sollen an attraktiven Standorten eingerichtet werden. Auf der Vertreterversammlung im Seepark Janssen (Geldern) wurde am Mittwoch das gesamte Maßnahmenpaket „VobaZukunft gestalten“ den Mitgliedervertretern vorgestellt und erläutert. „Dies ist ein Weg, unseren Mitgliedern und Kunden, aber auch den Bewohnern in jeweiligen Orten die Bargeldversorgung zu erhalten“, sagte Vorstandsmitglied Johannes Janhsen. Nun hätten es die Menschen vor Ort selbst in der Hand, dass dieser Service auch auf Dauer bleibe.

„Es wäre gut, wenn diejenigen, die von unserer Volksbank verlangt haben, dass sie vor Ort bleiben soll, die aber selber gar kein aktiver Kunde sind, jetzt endlich zur einzigen Bank vor Ort wechseln würden.“

Vertreterversammlung 2015
„VobaZukunft gestalten“: Johannes Janhsen, Vorstandsmitglied der Volksbank an der Niers, stellt die weitere Entwicklung der Volksbank vor

Die zahlreichen Gespräche und Diskussionen, das gezeigte Engagement für die Infrastruktur des eigenen Wohnortes sowie die Aussicht auf attraktive Standorte für die Geldausgabeautomaten: All das würde die Volksbank jetzt zuversichtlich stimmen, dass ihr Service künftig so in Anspruch genommen wird, dass er sich rechne.

Und Janhsen ging noch einen Schritt weiter: „Es wäre gut, wenn diejenigen, die von unserer Volksbank verlangt haben, dass sie vor Ort bleiben soll, die aber selber gar kein aktiver Kunde sind, jetzt endlich zur einzigen Bank vor Ort wechseln würden.“ Insbesondere die Politik sah er in der Pflicht, ihren Beitrag zur infrastrukturellen Verbesserung zu leisten – zum Beispiel bei der Standortsuche für das SB-Angebot.

Nach der Bekanntgabe der geplanten Zusammenlegung von sieben Geschäftsstellen sowie der Schließung eines SB-Standorts Mitte April war die Volksbank in den ergebnisoffenen Dialog mit ihren Mitgliedervertretern getreten. Weitere Interessengruppen hatten sich ebenfalls in die Diskussion eingebracht. Kritik und Meinungen wurden dabei von Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeitern ebenso aufgenommen wie Anregungen und Hinweise. „Wir sind anders als andere Banken, wir haben unseren Mitgliedern und Vertretern genau zugehört“, analysierte Janhsen und kündigte an, dass dieser genossenschaftliche Lösungsweg Leitlinie der Volksbank werde und dazu beitrage, die Nummer eins in der Region zu bleiben. Hierbei wurde deutlich, dass sich eine sehr große Mehrheit der Vertreter ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat in der Verantwortung für das gesamte Geschäftsgebiet, für die Gesamtheit der Mitglieder und Kunden sowie für alle Mitarbeiter sieht.

Maßnahmenpaket „VobaZukunft gestalten“ macht Volksbank zukunftssicher

Janhsen unterstrich mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen die Notwendigkeit der geplanten Zukunftsmaßnahmen: „Die Erträge würden sinken, die Kosten würden steigen und die notwendige Stärkung des Eigenkapitals und eine Dividende könnten wir aus dem operativen Geschäft nicht mehr sicherstellen – wenn wir nichts tun.“ Das Maßnahmenpaket „VobaZukunft“ sorge dagegen für Sicherheit.

Janhsen erläuterte im Detail die Filialzusammenlegung und die weiteren Maßnahmen zur Zukunftssicherung: Interne Prozesse werden auf den Prüfstand gestellt und optimiert, das Preis- und Leistungsverzeichnis wird angepasst. Bei der Bargeldversorgung wird künftig noch stärker auf Nutzung der Automaten gesetzt, um den hohen und steigenden Kosten der Bargeldlogistik zu begegnen. Darüber und über weitere Umsetzungsschritte zur Filialzusammenlegung und Einrichtung der neuen SB-Stellen werden die Mitglieder und Kunden vor Ort persönlich frühzeitig und umfassend informiert.

„Das Jahresergebnis mit einer guten Ertragslage sowie einer nachhaltigen Ausweitung des Kundengeschäftsvolumens belegt die gute Entwicklung unserer Bank“, fasste Janhsen in seinem Jahresbericht die Entwicklung der Volksbank an der Niers im Geschäftsjahr 2014 zusammen. Jetzt gehe es darum, diesen Erfolgsweg weiterzugehen.

Die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Küppers geleitete Vertreterversammlung entlastete anschließend die Gremien und beschloss die vorgeschlagene Dividende von sechs Prozent. Wiedergewählt wurden Birgit Lange und Dr. Andreas Bons in den Aufsichtsrat der Bank.

Geschäftsjahr 2014: Bilanzsumme wächst

Die Bilanzsumme der Volksbank an der Niers ist um vier Prozent auf nahezu 2,2 Milliarden Euro angewachsen. „Die Kunden sind nach wie vor von unserem soliden und kundenorientierten Geschäftsmodell überzeugt und vertrauen uns“, so Janhsen. Die Folge: Zusammen mit den Verbundpartnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe betreut die Volksbank ein Kundengesamtvermögen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro und damit 107 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Kredite hat die Bank in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Euro ausgelegt – dies entspricht einem Plus von 4,8 Prozent. Fast 1,8 Milliarden Euro wurden zusammen mit den Verbundpartnern ausgeliehen.

Der nochmals gute Jahresüberschuss in Höhe von 7,2 Millionen Euro erlaube in diesem Jahr noch einmal eine deutliche Stärkung des Eigenkapitals, welches mit Blick auf das Kreditgeschäft und mögliche weitere regulatorische Vorgaben auch benötigt werde. „Die Rücklagen werden somit zur Förderung unserer Mitglieder eingesetzt“, sagte Jahnsen.

„Gemeinsam können wir Zukunft gestalten“, fasste Jahnsen seine Ausführungen zusammen und ergänzte: „Wir setzten aus Tradition und genossenschaftlicher Überzeugung weiterhin auf Selbstverantwortung, Selbsthilfe und Selbstverwaltung! Darauf können Sie sich verlassen!“